Börne's Leben

Schriften zur Literatur und zum Theater, Band 5

Von Karl Gutzkow | Verlag: Oktober Verlag

Über das Buch

Gutzkows Börne-Biographie, Band 5 der Abteilung “Schriften zur Literatur und zum Theater” innerhalb der Kommentierten digitalen Gesamtausgabe von Gutzkows Werken und Briefen, ist ein wichtiges Dokument literaturpolitischer Auseinandersetzungen im Vormärz. Die ausführliche, auf Quellenstudien beruhende Darstellung ist der erste ernsthafte Versuch einer Börne-Biographie, heute aber weithin unbekannt. Das liegt vielleicht daran, dass Heines ‘Börne-Denkschrift’ ihr Erscheinen überschattete und sie für die Nachwelt dann buchstäblich im Schatten stand. Dabei war Gutzkow mit dem Abschluss seiner Biographie Heine voraus. Sie „war schon im Oktober 1839 fertig geworden und wurde zum größten Ärger ihres Verfassers von Campe [sowohl Gutzkows als auch Heines Verlag Hoffmann und Campe] so lange zurückgehalten, bis zuerst am 8. 8. 1840 Heines Werk über Börne erschienen war. Das schon belastete Verhältnis zwischen Verleger und Autor führte durch die Hinhaltetaktik Campes zum endgültigen Bruch [...]. Auch Heine und Gutzkow wurden durch ihre entgegengesetzten Bücher über Börne schließlich zu unversöhnlichen Gegnern. Diese Gegnerschaft wurde manifestiert durch die sehr unterschiedliche Rezeption beider Bücher in Deutschland: Die öffentliche Meinung stand hier überwiegend auf seiten Gutzkows (bzw. Börnes) und wies Heines Buch z.T. empört zurück.“ (Wolfgang Rasch)
„Das einheitlich in einem Zuge mit einem hinreißenden Schwung Buch bleibt ... das Beste, was über Börne geschrieben\" (H. H. Houben) worden ist.

Auf der beiliegenden CD-ROM wird der aktualisierte Datenbestand von www.gutzkow.de präsentiert, u. a. auch der Kommentar zu den 'Briefen eines Narren an eine Närrin'.

Er sah das Zifferblatt Europas nicht in Deutschland
Karl Ferdinand Gutzkows Biographie über sein publizistisches Idol, den Frankfurter Kritiker Ludwig Börne, in neuer Edition
VON JAN SÜSELBECK
Frankfurter Rundschau, 5. Oktober 2005

\"Die stolze Posaune der Fama bekömmt in Frankfurt so viel Beulen, daß sie einen so kläglichen Ton wie eine Nürnberger Kindertrompete von sich giebt\", spottet Karl Gutzkow in seiner 1840 erschienenen Biographie Ludwig Börnes. Ein aussagekräftiges historisches Dokument, dass als fünfter Band der kommentierten Gesamtausgabe der Werke und Briefe Gutzkows samt CD-Rom im Oktober Verlag erschienen ist.

Gutzkow beschreibt Frankfurt am Main als locus classicus des Börne'schen Lebens. Hier musste Börne seine publizistische Arbeit erstmals unter repressiven politischen Bedingungen erproben: Zu seiner Zeit war Frankfurt nicht nur die Metropole des liberalen Deutschland, der Ort des Paulskirchenparlaments und der vielen Verlage. Vor allem war es (wieder) ein Zentrum schikanösester Zensur und eine in mittelalterlichen Formen der Diskriminierung verharrende Hochburg des Antisemitismus, wie die Mitherausgeberin Martina Lauster in ihrem editorischen Nachwort zur Biographie betont. Handelte es sich doch damals um die einzige bedeutende deutsche Stadt, \"die nach wie vor an einem Ausschluss der Juden aus nahezu allen Bereichen des gesellschaftlichen Umgangs festhielt\".

Umso bemerkenswerter ist es zu lesen, wie der Zeitgenosse Gutzkow die Kindheit des 1786 als Löb Baruch in der Frankfurter \"Judengasse\" geborenen - und später wie sein großer Kontrahent Heinrich Heine zum Christentum konvertierten - Ludwig Börne schildert. Gutzkow, der selbst erst in dem Moment begann, seine eigene burschenschaftliche Prägung kritisch zu hinterfragen, als er verstört feststellen musste, dass der von ihm \"schwelgerisch\" gelesene und abgöttisch verehrte Börne Jude war, sieht sich hier zu der Einsicht genötigt: \"So wie die Lage der Juden in Deutschland war und noch ist, muß es ein unseliges Gefühl seyn, unter ihnen geboren zu werden\".

Börnes Werke sollten jedoch schließlich trotz der Steine, die ihm zuerst in Frankfurt in den Weg gelegt wurden, in Europa einen weit größeren Wirkungsradius erreichen als der quä

Ausgaben von Börne's Leben

Hardcover
ISBN 9783938568040

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Gutzkows Börne-Biographie, Band 5 der Abteilung “Schriften zur Literatur und zum Theater” innerhalb der Kommentierten digitalen Gesamtausgabe von Gutzkows Werken und Briefen, ist ein wichtiges Dokument literaturpolitischer Auseinandersetzungen im Vormärz. Die ausführliche, auf Quellenstudien beruhende Darstellung ist der erste ernsthafte Versuch einer Börne-Biographie, heute aber weithin unbekannt. Das liegt vielleicht daran, dass Heines ‘Börne-Denkschrift’ ihr Erscheinen überschattete und sie für die Nachwelt dann buchstäblich im Schatten stand. Dabei war Gutzkow mit dem Abschluss seiner Biographie Heine voraus. Sie „war schon im Oktober 1839 fertig geworden und wurde zum größten Ärger ihres Verfassers von Campe [sowohl Gutzkows als auch Heines Verlag Hoffmann und Campe] so lange zurückgehalten, bis zuerst am 8. 8. 1840 Heines Werk über Börne erschienen war. Das schon belastete Verhältnis zwischen Verleger und Autor führte durch die Hinhaltetaktik Campes zum endgültigen Bruch [...]. Auch Heine und Gutzkow wurden durch ihre entgegengesetzten Bücher über Börne schließlich zu unversöhnlichen Gegnern. Diese Gegnerschaft wurde manifestiert durch die sehr unterschiedliche Rezeption beider Bücher in Deutschland: Die öffentliche Meinung stand hier überwiegend auf seiten Gutzkows (bzw. Börnes) und wies Heines Buch z.T. empört zurück.“ (Wolfgang Rasch)
„Das einheitlich in einem Zuge mit einem hinreißenden Schwung Buch bleibt ... das Beste, was über Börne geschrieben\" (H. H. Houben) worden ist.

Auf der beiliegenden CD-ROM wird der aktualisierte Datenbestand von www.gutzkow.de präsentiert, u. a. auch der Kommentar zu den 'Briefen eines Narren an eine Närrin'.

Er sah das Zifferblatt Europas nicht in Deutschland
Karl Ferdinand Gutzkows Biographie über sein publizistisches Idol, den Frankfurter Kritiker Ludwig Börne, in neuer Edition
VON JAN SÜSELBECK
Frankfurter Rundschau, 5. Oktober 2005

\"Die stolze Posaune der Fama bekömmt in Frankfurt so viel Beulen, daß sie einen so kläglichen Ton wie eine Nürnberger Kindertrompete von sich giebt\", spottet Karl Gutzkow in seiner 1840 erschienenen Biographie Ludwig Börnes. Ein aussagekräftiges historisches Dokument, dass als fünfter Band der kommentierten Gesamtausgabe der Werke und Briefe Gutzkows samt CD-Rom im Oktober Verlag erschienen ist.

Gutzkow beschreibt Frankfurt am Main als locus classicus des Börne'schen Lebens. Hier musste Börne seine publizistische Arbeit erstmals unter repressiven politischen Bedingungen erproben: Zu seiner Zeit war Frankfurt nicht nur die Metropole des liberalen Deutschland, der Ort des Paulskirchenparlaments und der vielen Verlage. Vor allem war es (wieder) ein Zentrum schikanösester Zensur und eine in mittelalterlichen Formen der Diskriminierung verharrende Hochburg des Antisemitismus, wie die Mitherausgeberin Martina Lauster in ihrem editorischen Nachwort zur Biographie betont. Handelte es sich doch damals um die einzige bedeutende deutsche Stadt, \"die nach wie vor an einem Ausschluss der Juden aus nahezu allen Bereichen des gesellschaftlichen Umgangs festhielt\".

Umso bemerkenswerter ist es zu lesen, wie der Zeitgenosse Gutzkow die Kindheit des 1786 als Löb Baruch in der Frankfurter \"Judengasse\" geborenen - und später wie sein großer Kontrahent Heinrich Heine zum Christentum konvertierten - Ludwig Börne schildert. Gutzkow, der selbst erst in dem Moment begann, seine eigene burschenschaftliche Prägung kritisch zu hinterfragen, als er verstört feststellen musste, dass der von ihm \"schwelgerisch\" gelesene und abgöttisch verehrte Börne Jude war, sieht sich hier zu der Einsicht genötigt: \"So wie die Lage der Juden in Deutschland war und noch ist, muß es ein unseliges Gefühl seyn, unter ihnen geboren zu werden\".

Börnes Werke sollten jedoch schließlich trotz der Steine, die ihm zuerst in Frankfurt in den Weg gelegt wurden, in Europa einen weit größeren Wirkungsradius erreichen als der quä

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in Börne's Leben?

Gutzkows Börne-Biographie, Band 5 der Abteilung “Schriften zur Literatur und zum Theater” innerhalb der Kommentierten digitalen Gesamtausgabe von Gutzkows Werken und Briefen, ist ein wichtiges Dokument literaturpolitischer Auseinandersetzungen im Vormärz. Die ausführliche, auf Quellenstudien beruhende Darstellung ist der erste ernsthafte Versuch einer Börne-Biographie, heute aber weithin unbekannt. Das liegt vielleicht daran, dass Heines ‘Börne-Denkschrift’ ihr Erscheinen überschattete und sie für die Nachwelt dann buchstäblich im Schatten stand. Dabei war Gutzkow mit dem Abschluss seiner Biographie Heine voraus. Sie „war schon im Oktober 1839 fertig geworden und wurde zum größten Ärger ihres Verfassers von Campe [sowohl Gutzkows als auch Heines Verlag Hoffmann und Campe] so lange zurückgehalten, bis zuerst am 8. 8. 1840 Heines Werk über Börne erschienen war. Das schon belastete Verhältnis zwischen Verleger und Autor führte durch die Hinhaltetaktik Campes zum endgültigen Bruch [...]. Auch Heine und Gutzkow wurden durch ihre entgegengesetzten Bücher über Börne schließlich zu unversöhnlichen Gegnern. Diese Gegnerschaft wurde manifestiert durch die sehr unterschiedliche Rezeption beider Bücher in Deutschland: Die öffentliche Meinung stand hier überwiegend auf seiten Gutzkows (bzw. Börnes) und wies Heines Buch z.T. empört zurück.“ (Wolfgang Rasch)
„Das einheitlich in einem Zuge mit einem hinreißenden Schwung Buch bleibt ... das Beste, was über Börne geschrieben\" (H. H. Houben) worden ist.

Auf der beiliegenden CD-ROM wird der aktualisierte Datenbestand von www.gutzkow.de präsentiert, u. a. auch der Kommentar zu den 'Briefen eines Narren an eine Närrin'.

Er sah das Zifferblatt Europas nicht in Deutschland
Karl Ferdinand Gutzkows Biographie über sein publizistisches Idol, den Frankfurter Kritiker Ludwig Börne, in neuer Edition
VON JAN SÜSELBECK
Frankfurter Rundschau, 5. Oktober 2005

\"Die stolze Posaune der Fama bekömmt in Frankfurt so viel Beulen, daß sie einen so kläglichen Ton wie eine Nürnberger Kindertrompete von sich giebt\", spottet Karl Gutzkow in seiner 1840 erschienenen Biographie Ludwig Börnes. Ein aussagekräftiges historisches Dokument, dass als fünfter Band der kommentierten Gesamtausgabe der Werke und Briefe Gutzkows samt CD-Rom im Oktober Verlag erschienen ist.

Gutzkow beschreibt Frankfurt am Main als locus classicus des Börne'schen Lebens. Hier musste Börne seine publizistische Arbeit erstmals unter repressiven politischen Bedingungen erproben: Zu seiner Zeit war Frankfurt nicht nur die Metropole des liberalen Deutschland, der Ort des Paulskirchenparlaments und der vielen Verlage. Vor allem war es (wieder) ein Zentrum schikanösester Zensur und eine in mittelalterlichen Formen der Diskriminierung verharrende Hochburg des Antisemitismus, wie die Mitherausgeberin Martina Lauster in ihrem editorischen Nachwort zur Biographie betont. Handelte es sich doch damals um die einzige bedeutende deutsche Stadt, \"die nach wie vor an einem Ausschluss der Juden aus nahezu allen Bereichen des gesellschaftlichen Umgangs festhielt\".

Umso bemerkenswerter ist es zu lesen, wie der Zeitgenosse Gutzkow die Kindheit des 1786 als Löb Baruch in der Frankfurter \"Judengasse\" geborenen - und später wie sein großer Kontrahent Heinrich Heine zum Christentum konvertierten - Ludwig Börne schildert. Gutzkow, der selbst erst in dem Moment begann, seine eigene burschenschaftliche Prägung kritisch zu hinterfragen, als er verstört feststellen musste, dass der von ihm \"schwelgerisch\" gelesene und abgöttisch verehrte Börne Jude war, sieht sich hier zu der Einsicht genötigt: \"So wie die Lage der Juden in Deutschland war und noch ist, muß es ein unseliges Gefühl seyn, unter ihnen geboren zu werden\".

Börnes Werke sollten jedoch schließlich trotz der Steine, die ihm zuerst in Frankfurt in den Weg gelegt wurden, in Europa einen weit größeren Wirkungsradius erreichen als der quä

Welche Kernthemen, Tropen oder Sujets werden untersucht in Börne's Leben?

Belletristik und verwandte Gebiete > Belletristik: allgemein und literarisch, nicht nach Genre

Kann ich in Börne's Leben hineinlesen?

Hier können Sie eine offizielle Vorschau der wenigen Seiten lesen https://www.book2look.com/book/9783938568040

Wer ist der Autor / Wer sind die Autoren des Buches Börne's Leben?

Karl Gutzkow

Wer ist der Verleger des Buches Börne's Leben?

Oktober Verlag

Wie lauten die ISBN-Nummern für die physische und die digitale Ausgabe?

Börne's Leben ist erhältlich als Hardcover(ISBN 9783938568040)